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Therapie

Behandlung von COPD

Mehr Luft zum Leben – ein Wunsch, der COPD-Patienten verbindet. Nach der Diagnose prasseln viele Herausforderungen auf die Betroffenen ein. Was vielen Hoffnung gibt: Die COPD ist mittlerweile gut behandelbar. Zwar kann man Schäden an der Lunge nicht rückgängig machen, aber mit der passenden Behandlung kann man COPD kontrollieren.1 Durch moderne Behandlungsmethoden, einem individuellen Therapieplan und ein starkes Netzwerk kannst du zusammen mit deinem Arzt das beste Management für dich finden. Atemzug um Atemzug auf den Weg zu einer optimierten Behandlung.

Die Behandlung der COPD setzt sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen, die sowohl nicht-medikamentöse als auch medikamentöse Therapien beinhalten. Welche Maßnahmen umgesetzt werden, hängt von den individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Betroffenen ab. Dabei spielen u.a. auch mögliche Begleiterkrankungen eine Rolle, die ebenfalls bestmöglich behandelt werden sollten. Ziel ist es immer, das Fortschreiten der Erkrankung zu reduzieren, die Symptome zu lindern, einer Verschlechterung (Exazerbationen) vorzubeugen und die Lebensqualität bestmöglich zu erhalten.1


Nicht-medikamentöse und präventive Maßnahmen

Du bist ein wichtiger Teil deines Behandlungsteams! Neben den medikamentösen Behandlungen der COPD selbst gibt es einiges, was du für deine Lungengesundheit tun kannst:

  1. Rauchstopp
    Eine Tabakentwöhnung ist die wirksamste Maßnahme, um das Voranschreiten der COPD zu verlangsamen und die Gesundheit der Lunge zu fördern.2,3
  2. Bewegung und Lungensport 
    Auch eine aktive Lebensweise unterstützt deine Lebensqualität. Regelmäßige körperliche Aktivitäten und Lungensport stärken die (Atem-)Muskulatur und tragen zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität bei.4

  3. Impfungen 
    Bei COPD werden bestimmte Impfungen unbedingt empfohlen, um Infektionen zu vermeiden und so das Risiko für eine Verschlechterung der Erkrankung zu reduzieren.5 Dazu gehören Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) sowie Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten.6

Medikamentöse Behandlung

Grundsätzlich können die bei COPD eingesetzten Medikamente in zwei Gruppen unterteilt werden:

Kurzwirksame Bedarfsmedikation

Langwirksame Dauermedikation

Aus der Bezeichnung lässt sich bereits ableiten, dass die Bedarfsmedikation im Notfall eingesetzt wird, um plötzlich auftretende Beschwerden schnell zu lindern. Mit den sogenannten Bronchodilatatoren werden die Atemwege in der Lunge erweitert. Dieser Effekt hält in der Regel ein paar Stunden an.In der Bedarfstherapie werden beispielsweise kurzwirksame Anticholinergika (SAMA) oder kurzwirksame Beta-Mimetika (SABA) eingesetzt.
Die Dauermedikation wird regelmäßig eingenommen und verfolgt das Ziel, das Fortschreiten der COPD aufzuhalten, das Risiko einer Verschlechterung zu reduzieren und die Lungenfunktion zu verbessern.1 Dabei kann es sich um ein oder mehrere Medikamente handeln, die mit Hilfe eines Inhalations-Gerätes (Inhalator) eingeatmet werden. Hier kommen neben dem entzündungshemmenden inhalativen Kortison (ICS) u.a. langwirksame Anticholinergika (LAMA) oder langwirksame Beta-Mimetika (LABA) zum Einsatz.1

Manche Wirkstoffgruppen verfügen über eine bronchienerweiternde Wirkung, unterscheiden sich allerdings in ihrem Wirkmechanismus.5 Daher kann eine Kombination sinnvoll sein.5 Damit die Medikamente dort wirken können, wo sie benötigt werden, sind die richtige Anwendung des Inhalators und eine gute Atemtechnik unumgänglich. Deine Ärztin oder dein Arzt erklärt dir, wie es mit deinem Inhalator richtig geht. Die Deutsche Atemwegsliga erklärt, wie du ihn richtig anwendest: 

Zu den Videos 

Sollte es zu einer plötzlichen Verschlechterung der Symptome (Exazerbation) kommen, kann kurzfristig auch die Einnahme von beispielsweise Kortison oder Antibiotika notwendig werden. Um im Notfall schnell und richtig handeln zu können, sollte gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ein Notfallplan entwickelt werden. Dieser enthält alle wichtigen Informationen über Sofortmaßnahmen. Hier kannst du eine kostenlose Vorlage für deinen Notfallplan herunterladen: 

Notfallplan herunterladen

Achtung! 

Bei akuter Atemnot handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Wähle die 110 oder 112.

Medikamentöse COPD-Therapie im Überblick

Jedes COPD-Medikament hat eine spezielle Aufgabe und wirkt auf eine bestimmte Weise im Körper. Um diese unterschiedlichen Wirkmechanismen zu ordnen, werden die Medikamente in verschiedene Gruppen, die sogenannten Wirkstoffklassen, eingeteilt. Hier findest du einen Überblick:

Bedarfstherapie

Dauertherapie

  • Kurzwirksame Anticholinergika (SAMA)

  • Kurzwirksame Beta-2-Mimetika (SABA)

  • Systemisches Kortison

  • Antibiotika

  • Langwirksame Anticholinergika (LAMA)

  • Langwirksame Beta-2-Mimetika (LABA)

  • Inhalierbares Kortison (ICS) 

  • Biologika

Fühlst du dich von den vielen Fachbegriffen überfordert? Keine Sorge, du musst kein Experte sein. Deine Ärztin oder dein Arzt entscheidet, welche Therapie für dich die richtige ist. Damit du diese Entscheidung besser verstehen kannst, hilft es, sich mit den Behandlungsansätze vertraut zu machen. Lerne die Medikamente und Wirkstoffe hier besser kennen.

„Zuerst ist es nervig, aber man merkt, dass es von der Atmung besser wird.“
Patient mit COPD

Trau dich, deiner Ärztin oder deinem Arzt alle Fragen zu stellen, die dich beschäftigen. Es gibt keine unwichtigen Fragen, wenn es um deine Gesundheit geht. Manche Behandlungen, wie die mit systemischem Kortison, werden zum Beispiel manchmal auch dauerhaft angewendet. Ein offenes Gespräch über solche Details hilft dir, deine Therapie besser zu verstehen und dich im Alltag sicherer zu fühlen. Sprich deine Ärztin oder deinen Arzt darauf an.

Individueller Behandlungsplan 

Deine COPD ist so individuell wie du selbst. Deshalb gibt es keinen Behandlungsplan, der für alle passt. Deine Ärztin oder dein Arzt stellt einen Plan zusammen, der genau auf dich und deine Situation zugeschnitten ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Schweregrad der COPD. Dafür werden verschiedene Faktoren berücksichtigt:6

Illustration Männchen und Lunge
  • Deine Lungenfunktion (oft in die GOLD-Stadien 1-4 eingeteilt)
  • Deine täglichen Symptome und deren Auswirkungen auf die Lebensqualität (bestimmt mit Hilfe des CATTM-Scores) 
  • Anzahl akuter Verschlechterungen (sogenannte Exazerbationen) in den letzten 12 Monaten

Da sich die COPD mit der Zeit verändern kann, ist es völlig normal, dass dein Behandlungsplan angepasst wird. Sieh es nicht als Rückschlag, sondern als Chance: So wird sichergestellt, dass deine Therapie optimal auf dich eingestellt ist.

Klicke auf die untenstehenden Begriffe, um mehr über die Schweregrade zu erfahren.6

  • COPD-Stadien nach GOLD

    Stadium 1 (leicht): Lungenfunktion (FEV1): ≥ 80 % des Sollwertes

    Stadium 2 (mittelschwer): Lungenfunktion (FEV1): 50-79 % des Sollwertes

    Stadium 3 (schwer): Lungenfunktion (FEV1): 30-49 % des Sollwertes

    Stadium 4 (sehr schwer): Lungenfunktion (FEV1): < 30 % des Sollwertes

    FEV1: Der FEV1-Wert wird auch als „Einsekundenkapazität“ bezeichnet und misst die Luftmenge, die man nach tiefem Einatmen innerhalb der ersten Sekunde kraftvoll auspusten kann.

  • ABE-Schweregrad

    Gruppe A:

    • Keine Exazerbation im vorangegangenen Jahr 
    • mMRC 0-1
    • CATTM < 10

    Gruppe B:

    • Keine Exazerbation im vorangegangenen Jahr 
    • mMRC ≥ 2
    • CATTM ≥ 10

    Gruppe E:

    • Eine oder mehr moderate oder starke Exazerbationen im vorangegangenen Jahr

    mMRC-Skala (modified Medical Research Council): Die mMRC-Skala ist eine 5-stufige Skala, die den Grad der Atemnot bei verschiedenen körperlichen Aktivitäten bewertet.

    CATTM (COPD Assessment Test): Der COPD Assessment Test (CATTM) ist ein standardisierter Fragebogen, mit dem die Auswirkungen der COPD auf das tägliche Leben und das Wohlbefinden von Betroffenen erfasst werden.

  • CAT TM-Score

    Der CATTM-Selbsttest soll dabei helfen, die eigenen Symptome besser einzuschätzen. Auch du kannst den Selbsttest einfach von zu Hause machen! Nutze dafür unseren kostenlosen Fragebogen und bringe die Ergebnisse zu deinem nächsten Arzttermin mit.

    Zum Fragebogen 
    Zum Online-CAT

Der GOLD-Standard: Behandlung nach Schweregrad6

Der GOLD-Standard: Behandlung nach Schweregrad

*Die Therapie mit einem einzigen Inhalator könnte praktischer und wirksamer sein als die Therapie mit mehreren Inhalatoren; einzelne Inhalatoren verbessern die Therapietreue. 

Exazerbationen beziehen sich auf die Anzahl der Verschlimmerungen pro Jahr; Eos: Eosinophilenzahl im Blut in Zellen pro Mikroliter; Bronchodilatator: Medikament zur Erweiterung der Bronchien; mCRC: modifizierter Dyspnoe-Fragebogen des Medical Research Council; CATTM: Der COPD Assessment Test ist ein standardisierter Fragebogen, mit dem die Auswirkungen der COPD auf das tägliche Leben und das Wohlbefinden von Betroffenen erfasst werden.

Abbildung modifiziert von GSK nach GOLD Report 2026.6

 

Tipps für das Management der COPD

  • Halte deinen Notfallplan aktuell und trage immer die aktuelle Behandlung ein.
  • Kläre deine Ärztin oder deinen Arzt über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel auf, die du einnimmst. So können Wechselwirkungen zwischen den COPD-Präparaten und anderen Medikamenten vermieden werden.
  • Setze deine Medikamente nie ohne Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab – weder bei einer Symptombesserung noch bei einer Verschlechterung.
  • Bei Bedenken rund um die Wirksamkeit oder Nebenwirkungen, wende dich frühzeitig an deine Ärztin oder deinen Arzt. Es gibt Möglichkeiten, die Behandlung zu optimieren.
  • Behalte deine Symptome und ihre Entwicklung im Blick. So kannst du bei Bedarf frühzeitig handeln.

Gut zu wissen

Du leidest unter Bluthochdruck und/oder Herzerkrankungen und nimmst Betablocker ein? Betablocker können die Atemwege zusätzlich verengen, sodass sich die COPD-Symptome verschlechtern.  Informiere daher unbedingt deine Ärztin oder deinen Arzt darüber, damit das am besten geeignete Therapieschema ausgewählt werden kann.1

NP-DE-CPU-WCNT-250020, Dez25