Leben mit COPD
Aktive Lebensweise
Ein tiefer Atemzug – für Menschen mit COPD oft eine Herausforderung. Jeder Schritt im Tagesverlauf, jede Bewegung wird begleitet von der Frage: Reicht die Luft? Diese Sorge ist vollkommen verständlich und du bist damit nicht allein. Doch auch wenn es sich manchmal so anfühlt: Ein aktives und erfülltes Leben mit COPD ist möglich. Es geht nicht darum, dich zu überfordern, sondern darum, die für dich passenden Wege zu finden, um deine Lebensqualität zu verbessern und deine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.
„Lungensport sind einfache Übungen, die helfen sofort und machen zum Teil sogar Spaß.“
Patient mit COPD
Neben der medikamentösen Behandlung gibt es einige Dinge, die du selbst für deine Lebensqualität tun kannst. Folgende Lifestylemaßnahmen können dir dabei helfen:1
- Rauchstopp
- Vermeidung von Passivrauchen
- Körperliche Aktivität
- Gewichtsmanagement
- Schutz vor Lungeninfektionen
Rauchstopp: Der entscheidende Schritt für deine Lunge
Wenn du noch rauchst, ist der Entschluss, damit aufzuhören, die wirkungsvollste Entscheidung, die du für deine Gesundheit treffen kannst. Dieser Schritt ist oft schwer, aber er lohnt sich immer – egal, wie lange du schon rauchst.1,2
Du schaffst das! Hilfe beim Rauchstopp
Den Abschied von der Zigarette musst du nicht allein schaffen. Es gibt viele kostenfreie und wirksame Hilfsangebote, die dich auf deinem Weg unterstützen. Auf www.rauchfrei-info.de findest du wertvolle Informationen und ein Ausstiegsprogramm. Das kostenfreie Rauchfrei-Telefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erreichst du unter 0800/8313131.
Werde aktiv für deine Lunge
Auch wenn es paradox klingt, sich bei Atemnot körperlich zu betätigen: Es ist ein Schlüssel zu einer verbesserten Gesundheit. Denn Lungenerkrankte sind auf ihre Muskulatur angewiesen – nicht zuletzt die Atemmuskulatur.3 Durch körperliche Betätigung können Muskeln gestärkt und die Atemnot reduziert werden – mit positiven Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf. Um die richtige Balance zwischen Schonung und Bewegung zu finden, sollten körperliche Aktivitäten und Sport immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen. Dieser bezieht sich bei seinen Empfehlungen auf die individuelle Lungenfunktion sowie Belastbarkeit. Nicht jeder Tag ist gleich! Beachte auch immer deine tagesaktuelle Belastungsgrenze.
Grundsätzlich wird empfohlen, sich 3–4-mal pro Woche rund 20 Minuten körperlich so zu betätigen, dass man ein wenig außer Atem kommt.1,4,5 Doch auch bereits alltägliche Bewegungen können einen Unterschied machen. Untersuchungen haben gezeigt, dass täglich 15 Minuten Spazierengehen die Gesamtsterblichkeitsrate um 14% senken und die Lebenserwartung um rund drei Jahre steigern kann.3 Mit diesen Aktivitäten bringst du mehr Bewegung in deinen Alltag:
- Spaziergänge
- Fahrradfahren
- Treppensteigen
- Walken
- Yoga
- Gymnastik
- Krafttraining
- Lungensport
Lungensport
„Ich habe Angst, zur COPD-Sportgruppe zu gehen, will nicht zu den alten Männern gehören."
Patient mit COPD
Bei Lungensport denken viele an altmodische Turnübungen, doch er bietet viel mehr! Lungensport ist ein ärztlich verordnetes Bewegungsprogramm, das speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD zugeschnitten ist. Unter professioneller Anleitung werden in der Gruppe gezielt Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit trainiert. Ein wichtiger Bestandteil sind auch Atem- und Entspannungstechniken, die bei Atemnot helfen. Ziel ist es, die Belastbarkeit im Alltag zu steigern, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Interessiert? So gehst du den ersten Schritt:
Sprich mit deinem Arzt über die Möglichkeit von Lungensport. Er prüft, ob diese Therapie für dich geeignet ist.
Lass dir eine Verordnung ausstellen. Bei Eignung kann Lungensport als Rehabilitationssport verordnet werden.
Finde eine Gruppe in deiner Nähe. Deine Krankenkasse oder die AG Lungensport in Deutschland e.V. können dabei helfen.
Gewichtsmanagement
Das Gewicht sollte im Idealfall relativ konstant bleiben. Sowohl Unter- als auch Übergewicht können die Prognose verschlechtern. Daher ist eine ausgewogene Ernährung unerlässlich.
Schon gewusst?
COPD-Betroffene benötigen zum Atmen etwa zehnmal mehr Kalorien als gesunde Menschen.6
Gerade in sehr fortgeschrittenen Stadien kann ein rapider Gewichtsverlust von mehreren Kilogramm innerhalb weniger Wochen entstehen. Dies kann neben der allgemeinen Schwächung zu vermehrten Atembeschwerden und Atemnot führen. Hier sollte mit einer hochkalorischen Kost gegengesteuert werden.
Doch auch ein zu hohes Gewicht kann zu verstärkten Atemproblemen führen. Zudem steigt das Risiko für Begleiterkrankungen wie beispielsweise Typ-2-Diabetes.7 Bei einer Gewichtsreduktion sollte vor allem auf eine mineralstoff- und eiweißreiche Kost gesetzt werden. So kann einem möglichen Muskelverlust entgegengewirkt werden. Eine ausgewogene Ernährung und ein stabiles Gewicht sind also ein wichtiger Grundbaustein für ein aktives Leben mit COPD.
Du brauchst Unterstützung auf deinem Weg zur ausgewogenen Ernährung? Informationen zur „richtigen“ Ernährung findet man überall – vor allem in den Sozialen Medien. Doch zwischen all den Diäten, angeblichen Geheimtipps und lautstarken Meinungen wird es immer schwieriger den Überblick zu behalten. Auch hier kann dein Arzt oder deine Krankenkasse Orientierung bieten und dir seriöse Angebote zur Ernährungsberatung empfehlen.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) ist eine gute Anlaufstelle für vertrauenswürdige Informationen.
Zu den Ernährungsempfehlungen der DGE
Tipps für den Alltag
Ein aktiver Lebensstil ist ein wichtiger Anfang. Doch COPD beeinflusst den gesamten Tag. Wie lässt sich der Alltag mit mehr Energie und weniger Atemnot meistern? Lies mehr dazu im Artikel „Alltag mit COPD“: Hier findest du praktische Tipps – von der richtigen Ernährung über Reisen bis zum Umgang mit psychischen Belastungen.
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